Die Jahre 1931 - 1950

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                         1931

    25jähriges Jubiläum des Schützenvereins.

Unser hiesiges Schützenfest, das am Himmelfahrtstag in diesem Jahr gefeiert werden soll, hat eine besondere Bedeutung, weil es zugleich Feier des 25jährigen Bestehens vom Verein ist. Neben den üblichen Veranstaltungen wird ein Preisschießen abgehalten, dass am letzten Sonntag schon seinen Anfang genommen hat.

     

Auch zum 25jährigen Jubiläum hat der Verein wieder Ehrenpforten errichtet. Diese Pforte stand zwischen Hövermanns Hof (heute Wahls „Büchtmannshof“) und dem Krügerschen Hof (heute der Reiterhof mit dem Wieckenberger Krug) mit Blickrichtung zur Stechinellikapelle.

25jähriges Jubiläum (PDF-Datei)

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                          1932

Schützenfest 1932

Der Schützenkönig wurde in diesem Jahr bereits am 01.051932 ab 15 Uhr auf „geheime Fleckscheiben“ ausgeschossen. Insgesamt wurden 32 Satz a 3 Schuss, Satz = 1,00 Mark, gelöst.

Dazu wurde der Scheibenstand am Freitag, 29.04. abends wieder hergestellt. Das Schützenfest wurde am Himmelfahrtstag, Donnerstag, 05. Mai 1932, gefeiert.

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                         1933

30.01.1933

Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft. Im Verlauf Ausschaltung des Mehr-Parteien-Systems.

Der Verein im 3. Reich 1 (PDF-Datei)

Der Verein im 3. Reich 2 (PDF-Datei)

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                         1934

Der 3. Schießstand am Jeversener Weg

Erst ab 1934 wurde der Beschluss von 1920, einen Schießstand am alten Postweg zu bauen, in die Tat umgesetzt. Mit dem Abschluss eines Vertrages mit dem Hofbesitzer Hermann von Bestenbostel am 28.01.1935 wurde ein 600 qm großes Grundstück angepachtet. Der Schießstand lag im Wald südlich des Jeversener Weges, etwas über dem heutigen Grundstück Fleischhauer, ca. 250 – 300 m auf einem zuführenden Weg. Die Laufzeit des Pachtvertrages betrug vorerst 10 Jahre und verlängerte sich danach stillschweigend jeweils um ein weiteres Jahr. Die jährliche Pacht betrug 5 Reichsmark. 1935 wurde der Schießstand nach den damals geltenden baupolizeilichen Vorschriften gebaut und eingerichtet. Hier wurden dann viele Preisschießen und das jährliche Königsschießen durchgeführt.

         

Der Pachtvertrag legte aber fest, dass auf diesem Schießstand nur Sonntags geschossen werden durfte. Für Veranstaltungen an anderen Tagen musste die Zustimmung von Hermann von Bestenbostel eingeholt werden. Von 1939 bis 1949 fanden durch die Kriegsereignisse keine Schießveranstaltungen etc. statt, so dass der Schießstand nach und nach verfiel. Hinzu kam, dass 1945 die Vereinsgewehre und die Fahne des Schützenvereins beim damaligen Vereinswirt Habermann verbrannten, nachdem alliierte Soldaten das Lokal anzündeten.

15.04.1934

Der Verein „musste“ mindestens 5 Mitglieder dem Deutschen Schützenbund melden, um eine angedrohte Auflösung des Vereins zu vermeiden

Spukgeschichten (PDF-Datei)

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                           1935

24.03.1935

Opferschießen zugunsten des Winterhilfswerkes des Deutschen Sports (siehe Kopie der Originalurkunde).

 

Urkunde für die Teilnahme am Opfer – Schießen

24.03.1935

Opferschießen zugunsten des Winterhilfswerkes des Deutschen Sports

Im Dritten Reich wurde u.a. auch das Opfer-Schießen eingeführt. Es „müsste“ dann jedes Jahr stattfinden, besonders auch später in den Kriegsjahren. Es wurde meistens gleichzeitig mit Preisschießen durchgeführt, z.B. wurden beim Preisschießen am 15.03.1936 16 Satz dafür geschossen mit einer Einnahme von 6,20 M. und 7,10 M für das WHW gesammelt.

 

08.06.1935

Satzungsänderung bzw. neue Fassung in Angleichung an die Satzung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, die in der Versammlung beschlossen und vom Deutschen Schützenbund, Gau Niedersachsen, Bez. Celle genehmigt wurde (siehe Kopien der ersten und letzten Seite des in der Akte vorhandenen Originals).

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                         1936

               Vereinsbild vom 24. Mai 1936

Das Foto wurde beim Ausmarsch während des Schützenfestes am 24. Mai 1936 auf der Grünfläche vor der Stechinellikapelle aufgenommen. Bei dieser Gelegenheit gedachte der Vorsitzende Hermann Hoppenstedt in seiner Ansprache daran, dass seit der Gründung des Vereins 30 Jahre und seit der Weihe der Fahne 25 Jahre vergangen sind.

 

Obere Reihe v.r.: Arno Anding, Hermann Lohmann, Hermann Duensing, Wilhelm Thies, Hermann Thies, Otto Brandes, August Marquardt, Otto Lohmann, Adolf Thies

Zweite Reihe v.r.: Heinrich Brandes, Lehrer Meyer, Fritz Lindwedel, Heinrich Haase, Willi Freitag, Ludwig Segger, Adolf Lohmann, Gustav Butschalowski, Hermann Eggers, ´Heinrich Lohmann, Hermann Hövermann, Hermann Meine

Dritte Reihe v.r.: Hermann Drösemeyer, Heinrich Duensing, Hermann Hoppenstedt, Emil Surburg, August Hoppenstedt, August Quietmeyer, Ferdinand Othmer, (Opa) Heinrich Lohmann, Fritz Duensing

Kinder v.r.: Walter Lindwedel, Gerhard Gabers, Siegfried Lohmann, Alfred Duensing, Hermann Thies, Heinz Meyer, Rolf Engelke, Dieter Engelke, Hans-Heinrich (Heiner) Lohmann, Heinz Thies, Gerhard Hoppenstedt

Musik links: „Die Winsener Musik

Schützenverein 30 Jahre 1 (PDF-Datei)

Schützenverein 30 Jahre 2 (PDF-Datei)

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                           1937

Sportordnung von 1937

In der Übersicht über die Sportordnungen von 1937 waren von Teil I bis XVIII (18) die Bestimmungen festgeschrieben. Z.B. über die Kleinkaliberbüchse in militärischer Anschlagsform und offener Visierung, in beliebiger Anschlagsform, über das Schießen mit dem Wehrmanngewehr, mit dem Scheibengewehr, der Scheibenpistole, Mehrladepistole und dem Revolver. Weiterhin waren Anleitungen vermerkt, über das Schießen mit dem Wehrmannzimmerstützen, dann auch mit der Luftbüchse. In Bearbeitung waren erst 1937 die Anleitungen zum Schießen mit der Zimmerpistole (4 mm), mit der Armbrust, über das Wurftauben-Schießen und Bogenschießen. Zuguterletzt waren Vorschriften über Mannschaftsmeisterschaften im Vierwaffelkampf, Erwerb von Schießauszeichnungen, sowie über Ausbildung, Prüfung und Ernennung der Schießwart und Oberschießwarte darin enthalten.

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                         1939

Der Verein im 2. Weltkrieg

Der Beginn des 2. Weltkrieges am 01.09.1939 hat sehr wahrscheinlich dem gesamten Schützenvereins-Leben, so auch in Wieckenberg, einen Schock versetzt. Da nach der letzten Versammlung vor dem Krieg am 17.03.1939, die folgende Versammlung erst wieder am 06.07.1940 in der Plesseschen Gastwirtschaft stattfand, mit sage und schreibe nur noch 9 Anwesenden von 43 Mitgliedern Ende 1939. Das war recht ungewöhnlich, denn an sich gab es mitunter mehrere Versammlungen im Jahr.

18.05.1939

Am Himmelfahrtstag fand das letzte Schützenfest vor dem Krieg 1939-1945 statt. Schützenkönig wurde Gustav Othmer, der dann 10 Jahre Schützenkönig bleiben sollte.

                                

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                         1940

06.07.1940

Die Bezeichnung „1. Vorsitzender“ wurde in „Vereinsführer“ geändert. – An v. Bestenbostel wurde jährlich eine Miete von 60,-- RM gezahlt, und zwar für den Scheibenstand.

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                         1945

12.04.1945

Beim Einmarsch alliierter Truppen wurden im Dorf einige Häuser mutwillig von den Soldaten abgebrannt, u. a. auch das damals geltende Vereinslokal Hermann Habermann, in dem die Vereinsfahne nebst Fahnenschrank und Gewehren mit verbrannten. Das Grundstück war das heutige Pflegeheim Stamm, einstmals auch Hotel Rudi Lipke.

Nachdem in der Schützenhalle kurzfristig Engländer kampiert hatten, wurde auf Anordnung der Soldaten die Schützenhalle niedergebrannt, angeblich wegen Verseuchung durch Ungeziefer. Als das etliche Vereinsmitglieder sahen, die in sehr mühseliger und aufopferungsvoller Arbeit seinerzeit das Gebäude geschaffen hatten, standen vielen die Tränen in den Augen. Noch heute sind Überreste nur noch schwerlich zu erkennen.

 

Wir gedenken unserer in diesem Krieg gefallenen oder vermissten Schützenbrüder:

17.08.41 Arno Anding

12.10.41 Hermann Drösemeyer

13.02.43 Wilhelm Heine

21.07.43 Ernst v.d. Brelie

24.02.45 Ludwig Segger

23.04.47 Gustav Brockmann

vermisst Gustav Butschalowski

vermisst Wilhelm Lindwedel

vermisst Otto Lohmann

                     Wir denken auch an alle Opfer von Gewalt, an die Kinder,

                            Frauen und Männer aller Völker dieses Krieges.

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                         1945-25.10.1947

Keine Aktivitäten des Vereins. Durch Verbot der Alliierten fand keine Vereinstätigkeit statt; alle Waffen mussten abgegeben werden. – Alliierte Verwaltungen überall.

Bereits 1946 wurden die ersten Vereine wieder zugelassen, die aber nur mit der Luftbüchse den König ausschießen durften.

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                        1947

25.10.1947

1. Versammlung nach dem Krieg bei Habermann in der Baracke (das gesamte Anwesen wurde 1945 von den einrückenden Truppen abgebrannt). – Erstmals vertrat man die Ansicht, den Verein als Sportverein bestehen zu lassen. – 7 neue Mitglieder wurden aufgenommen. – Reinhold Lindwedel wurde mit in den Vorstand gewählt.

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                         1948

21.06.1948

Währungsreform. RM in Deutsche Mark 10 : 1.

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                         1949

23.05.1949

Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Das Grundgesetz trat in Kraft.

Wiederbelebung des Vereins( PDF-Datei)

23.07.1949

1. außerordentliche Generalversammlung in der Habermannschen Gastwirtschaft (Baracke). – 20 junge Mitglieder traten neu in den Verein ein. – Reinhold Lindwedel, Heinrich Behrens, Siegfried Lohmann wurden Vorstandsmitglieder.

03./04.09.1949

Es fand das erste Schützenfest nach 10 Jahren statt. Der amtierende Schützenkönig von 1939 Gustav Othmer wurde feierlich abgeholt. Die Schützenkönige wurden behelfsmäßig an der Baracke Habermann mit dem Luftgewehr ausgeschossen. – Der erste König nach dem Krieg wurde Fritz Engelke, Kinderkönig Günther Best. – Bei dem Schützenfest wurde ein großer Überschuss erwirtschaftet. Es fand im Zelt statt, das teilweise auf der heutigen Kreuzung Jeversener und Neuwietzer Weg stand.